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Kerstin bringt Extragrün in die Wiese

  • Autorenbild: Martin Orthuber
    Martin Orthuber
  • 15. Mai
  • 1 Min. Lesezeit

Noch wirkt vieles unscheinbar im Wiesenkern zwischen Speierling und Silberlinde im Naturgarten des Erdinger Vermessungsamts. Doch unter den Gräsern und zwischen Margeriten, Wiesensalbei und Schafgarbe wächst bereits die nächste Entwicklungsstufe heran.


Fenchel, Wilde Malve, Violette, Schwarze, Kleinblumige, Großblumige und Mehlige Königskerze, Kugel- und Kratzdisteln, die seltene Alpendistel, Mannstreu, Wilde Karde und weitere markante Arten werden Akzente setzen.


Bereits im vergangenen Sommer sorgten zwei rosmarinblättrige Weiden und einige hohe Gräser für auffällige Strukturen in der ohnehin artenreichen Blumenwiese. Neben der Färberkamille dürfen dort auch einzelne Brennnesseln und Jakobs-Kreuzkraut stehen bleiben – wichtige Raupen- und Insektenpflanzen mit oft unterschätztem ökologischem Wert.


Am Gießrand des jungen Speierlings wächst inzwischen ein Buschklee (Lespedeza thunbergii), auf den mich Landschaftsarchitektin Hanne Roth aufmerksam gemacht hat: „Den kannst zurückschneiden wie eine Staude.“ Noch wird er von Rotklee, Hornklee und heimischem Steinklee überragt. Das dürfte sich ändern.


Am anderen Ende der Überraschungswiese stehen inzwischen zwei klafterhohe weidenblättrige Sonnenblumen nahe der jungen Silberlinde. Pflanzplanerin Dr. Kerstin Hofmann hatte sie gerettet als Überbleibsel der Landesgartenschau 2025. „Magst was abhaben?“ schrieb sie zusammen mit einem Foto ihres vollgeladenen Kofferraums. Viel Überredung brauchte es nicht.


Die Übergabe fand in der Staudengärtnerei Extragrün in Freising statt. Ein gefährlicher Ort. Ferula gummosa (Galban), das seltene Berg-Laserkraut (Laserpitium siler), Elsässer Haarstrang, der markante Scheinhanf und weitere Besonderheiten wanderten ebenfalls in den Transporter – und kurz darauf in die Wiese am Landgestüt.


Viel ist davon momentan noch nicht zu sehen. Manche Arten brauchen Geduld. Andere verschwinden vielleicht wieder. Gerade das macht den Reiz solcher dynamischen Pflanzungen aus.


Gelegentliche Rundgänge im Naturgarten des ADBV dürften sich jedenfalls lohnen in diesem Sommer.



 
 
 

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