Wie Kahlfraß das Leben fördert
- Martin Orthuber

- 22. Mai
- 1 Min. Lesezeit

Das Pfaffenhütchen im Naturgarten des ADBV Erding opfert sich nicht freiwillig für den guten Zweck. Was auf den ersten Blick vor allem wie ein Schaden wirkt, hat einen hohen Wert für die vielfältigen Lebenskreisläufe in der Natur.
Die Pfaffenhütchen-Gespinstmotte hat sich auf den Spindelstrauch spezialisiert. Ihre Raupen fressen Blätter, spinnen dichte Netze und werden selbst zu wertvoller Nahrung.
Kohlmeisen, Blaumeisen, Buchfinken, Mönchsgrasmücken, Spinnen, Raubwanzen und Schlupfwespen profitieren von diesem kurzen, intensiven Überfluss.
Was wie Kahlfraß aussieht, ist Teil eines funktionierenden Kreislaufs.
Das Pfaffenhütchen selbst ist erstaunlich robust. In wenigen Wochen folgt meist der Johannisaustrieb – ein zweiter Austrieb rund um den Johannistag. Frisches Grün, neue Blätter, neue Kraft. Der dann fast kahle Strauch regeneriert sich.
Gerade in naturnahen Gärten zeigt sich: Nicht jeder Befall ist ein Schaden, der sofort bekämpft werden muss. Manchmal lohnt es sich, erst zu beobachten, zu verstehen und der Selbstregulation der Natur zu vertrauen.
Im Naturgarten des ADBV Erding darf dieser Kreislauf sichtbar bleiben.
So funktioniert Biodiversität.






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