Naturgarten intensiv – Inspiration und neue Perspektiv
- Martin Orthuber

- vor 3 Tagen
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Wie sich der dramatische Artenrückgang durch naturnahe Gestaltung aufhalten lässt, darum drehte sich mehrere Tage lang alles im Seminar „Naturgarten intensiv“ in der Bildungsstätte Gartenbau in Grünberg.
Besonders beeindruckt hat mich die Arbeit der Heinz-Sielmann-Stiftung. Ihre Projekte zeigen sehr anschaulich, wie wirkungsvoll vergleichsweise einfache Maßnahmen sein können.
Die Umwandlung landwirtschaftlich intensiv genutzter Flächen in sogenannte wilde Weiden kann innerhalb kurzer Zeit zu einer massiven Stärkung der Biodiversität führen. Große Pflanzenfresser schaffen dabei eine dynamische Landschaft aus Offenflächen, Gebüschen und Sukzessionsstadien – ein Mosaik, das zahlreichen Tier- und Pflanzenarten neue Lebensräume eröffnet.
Ein weiterer faszinierender Aspekt war die Rolle des unscheinbaren Laubfrosches. Seine Entwicklung spiegelt in nur etwa sechs Wochen eine erstaunliche Reise durch die Evolutionsgeschichte wider: vom wasserlebenden, kiemenatmenden Kaulquappenstadium bis zum lungenatmenden Landtier. Diese kleine Amphibie macht anschaulich, wie eng Wasser- und Landlebensräume miteinander verknüpft sind – und wie wichtig strukturreiche, naturnahe Landschaften für ihren Erhalt sind.
Die zahlreichen Fachvorträge, Projektbeispiele und vor allem die persönlichen Gespräche mit engagierten Referentinnen und Referenten in den Pausen und Abendstunden waren für mich sehr inspirierend. Trotz der insgesamt ernüchternden Entwicklung vieler Artenbestände haben mir diese Tage Mut gemacht. Sie zeigen, dass eine Trendwende möglich ist – und dass selbst kleine, naturnah gestaltete Flächen einen wichtigen Beitrag leisten können.
Diese Erfahrungen und viele praktische Beispiele aus der Naturgartenpraxis möchte ich auch weitergeben. Deshalb halte ich am 26. März 2025 einen 90-minütigen Vortrag zum Thema „Naturgarten“ an der Volkshochschule Erding. Dabei geht es um konkrete Wege, wie sich Gärten, Grünflächen und öffentliche Anlagen biodiversitätsfreundlich gestalten lassen.
Denn eines wurde in Grünberg besonders deutlich: Jede Fläche zählt.





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