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Stillleben im Amts-Naturgarten

  • Autorenbild: Martin Orthuber
    Martin Orthuber
  • 20. Apr.
  • 1 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 3 Tagen


Kaum ein anderes Element im Garten zeigt die Kreisläufe der Natur deutlicher als Totholz. Wo ein Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte altes Leben endet, beginnen millionenfach neue Prozesse. Mikroorganismen, Pilze, Insekten, Moose und später auch Pflanzen übernehmen. Was still wirkt, ist hochaktiv.


Pilze durchziehen das Holz, bauen es um, öffnen Strukturen. Käfer und andere Insekten nutzen diese Strukturen, legen Eier ab, entwickeln sich über Jahre. Vögel folgen. Sie holen sich die Larven aus dem Holz. Aus festem Stamm wird nach und nach Mulm, aus Mulm wird Humus. Ein geschlossener Kreislauf entsteht.


Totholz schafft Vielfalt auf engstem Raum. Unterschiedliche Feuchte, unterschiedliche Temperaturen, unterschiedliche Zersetzungsstadien. Jede Phase bringt neue Arten hervor. Gerade dicke Stämme sind dabei entscheidend. Sie trocknen nicht sofort aus, bleiben über viele Jahre stabil und entwickeln erst mit der Zeit ihre volle ökologische Wirkung.


Nebenbei wirkt Totholz auch auf den Standort selbst. Es speichert Wasser, puffert Hitze, fördert das Bodenleben. Unter und neben den Stämmen entstehen Zonen, die sich sichtbar von der Umgebung unterscheiden.


Kleinere und mittlere Totholzstücke liegen bereits seit Jahren im Amts-Naturgarten. Im Zuge einer weiteren Maßnahme zur Steigerung der Biodiversität – gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr (StMB) – habe ich nun mehrere große Stämme hinzugefügt, die ihre Wirkung erst über viele Jahre hinweg entfalten.


Totholz ist kein Ende. Es ist ein Anfang.



 
 
 

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