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Schluss mit dem Hang zur Efeumonotonie

  • Autorenbild: Martin Orthuber
    Martin Orthuber
  • vor 2 Tagen
  • 1 Min. Lesezeit


Finger und Handgelenke erinnern mich noch an die Arbeit der vergangenen Wochen.

Hunderte Quadratmeter mehrlagiger Efeudecken habe ich von Hand gelöst – an der Böschung zum Neubau, unter den Sträuchern und Bäumen rund um den Teich sowie entlang des Zauns am Erdinger Finanzamt.


Efeu ist ein ökologisch wertvolles Gewächs. Seine späten Blüten versorgen Insekten, die Früchte bieten Vögeln Winternahrung und das dichte Laub schafft geschützte Verstecke. Nicht der Efeu ist das Problem, sondern seine Vorherrschaft. Wo nur noch Hedera helix wächst, fehlen unterschiedliche Pflanzen, Strukturen und Lebensbedingungen.


Deshalb habe ich den Bestand großflächig zurückgenommen, ohne die Wurzeln erhaltenswerter Gehölze unnötig zu verletzen. Einzelne Efeuflächen bleiben bewusst erhalten. Zugleich verschwanden Hunderte Sämlinge von Ahorn, Hasel und Esche, die den Hang zusätzlich verdichteten und jede Sichtverbindung zwischen Gebäude und Garten unterbrachen.


Der jetzt offene Boden ist noch kein fertiger Garten, sondern die Grundlage für seine Entwicklung. Teilflächen werden mit Sand abgemagert. Findlinge, Totholz und offener Kies schaffen unterschiedliche Bodenbedingungen und Mikroklimata. Sie bieten zugleich Lebensräume, Trittflächen für die Pflege und ein Gerüst für die kommende Pflanzung.

So entsteht ein Mosaik aus sonnigen und schattigen, trockenen und frischeren, humosen und mineralischen Bereichen.


Im Herbst ziehen die dazu passenden Stauden, Gräser, Zwiebelpflanzen und Gehölze ein. Nicht eine neue Pflanzendecke soll den Efeu ersetzen, sondern eine vielschichtige und dynamische Gemeinschaft.


Der Hang soll kein grüner Sichtschutzwall zwischen Garten und Gebäude sein. Er wird zu einem durchlässigen, inspirierenden Übergang – und zu einer Einladung zum Hinschauen.


Die ökologische Aufwertung des Geländes erfolgt im Auftrag des Staatlichen Bauamts Freising. Die Maßnahme wird durch das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr gefördert.



 
 
 

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